Selbstführung und Eigenmotivation

Unternehmer - Stadtblick - Selbstführung

Ein Team verantwortungsvoll zu führen, ist in herausfordernden Zeiten wichtiger denn je: Mitarbeiter brauchen Motivation, Orientierung und Sinn. Andere zu führen erfordert aber zunächst die Fähigkeit sich selbst zu führen. Führung fängt vor der eigenen Haustür an! Wenn du dir über Motivation, Orientierung und Sinn deines unternehmerischen Handelns im Klaren bist, wirst du mit Herausforderungen und Belastungen besser zurechtkommen. Vor allem wirst du auf dein Team glaubwürdiger wirken: Als Führungskraft solltest du mit gutem Beispiel voran gehen. Auch für deine Mitarbeiter ist, vor allem bei der Arbeit im Home-Office, Selbstführung von großer Wichtigkeit.

Selbstführung ist eine Herausforderung. Es fällt uns viel leichter bei anderen festzustellen, was von unseren eigenen Vorstellungen abweicht. Niemand wirft gerne den kritischen Blick auf das eigene Verhalten und die Sinnhaftigkeit der eigenen Routinen. Selbstführung erfordert aber genau das: Den Blick auf die eigenen Werte und Normen zu richten.

Folgende Punkte können dir als Navigation dienen, dich selbst in Zukunft (noch) besser zu führen:

Selbstreflexion

Um dich selbst zu führen, solltest du dich und dein Verhalten zunächst selbst reflektieren und dir bewusst darüber werden, was dir wirklich wichtig ist. Was sind meine Stärken? Wo liegen meine Schwächen? Welches Verhalten muss ich ändern, damit ich mir und meinem Erfolg in Zukunft nicht selbst im Weg stehe? Die Beantwortung dieser Fragen hilft dir dabei, das eigene Verhalten bewusster wahrzunehmen und zu überdenken. Überlege dir, wie du die Dinge anders angehen kannst – denke auch „outside the box“ um kreative Lösungen zu deinen persönlichen Herausforderungen zu finden.

Gedankenkarussell

Wenn dein Kunde einen Deal platzen lässt, ist das nicht gut. Du ärgerst dich natürlich darüber. Versuche aber zu vermeiden, dich in diese negativen Gedanken hinein zu steigern. Willst du dich von negativen Gefühlen und Gedanken beeinflussen lassen? Oder lenkst du nicht besser deine Energie auf etwas anderes? Versuche, deine Gefühle in den Griff zu bekommen. Lass dich nicht von negativen Emotionen treiben.

Lasse Dinge los, die nicht zielführend sind. Beschäftige dich nicht mit Misserfolgen. Setze deine Energie ein, um zum Beispiel einen Bestandskunden auszubauen. Das ist besser für deine Stimmung und auch für den Erfolg deines Unternehmens. Es macht dich leistungsfähiger und kompetenter.

Verhalten

Hier geht es vor allem um das Verhalten, das für deine Mitarbeiter direkt sichtbar ist. Sicher ist jede Handlung auf die ein oder andere Weise nachvollziehbar, wenn du dir die Zeit nimmst, die Gründe zu verstehen und eine Erklärung zu suchen. Trotzdem ist lange nicht jede Handlungsweise angebracht oder vorteilhaft: Verstehe dein eigenes Verhalten und lerne, es entsprechend anzupassen, um als beweisendes Vorbild für deine Mitarbeiter zu stehen.

Bist du immer sehr sachlich im Umgang mit deinen Mitarbeitern? Dann erlaube dir mal einen Spaß mit ihnen! Nimmst du immer alles auf dich und übernimmst die Aufgaben anderer? Dann lerne „Nein“ zu sagen und klare Grenzen zu ziehen!

Sei gut zu dir und deinem Körper!

Um im Kopf leistungsstark zu sein, solltest du auch auf deine Gesundheit achten. Ernährung und Sport haben einen nachgewiesenen Einfluss auf die Leistungsfähigkeit. Meide, was dir nicht gut tut. Sorge für Ausgleich. Deiner Leistungsfähigkeit sind Grenzen gesetzt. Versuche Sport und gesunde Ernährung in deinen Alltag zu integrieren – aber in einem für dich realistischen Maß. Gönn dir auch Ruhephasen, um neue Kräfte sammeln zu können. Gerade in stressigen Phasen ist genug Schlaf und Erholung wichtig, um genug Energie zur Verfügung zu haben.

Effektive Selbstführung ist wichtig, um Herausforderungen besser zu meistern und zufriedener mit sich selbst zu sein.

Hier noch einige weitere Vorteile von effektiver Selbstführung:
  • Flexibilität: Du wirst mit Veränderungen besser umgehen und gut auf sie reagieren können.
  • Kompetenzen: Du wirst durchsetzungsstärker und bleibst in Krisen handlungsfähig.
  • Effektivität: Dir wird es leichter fallen, selbst gesteckte und Unternehmensziele zu erreichen.
  • Vorbild: Wenn du als gutes Beispiel vorangehst, wirst du andere eher begeistern und wirkst dabei authentisch.
  • Entspannung: Du wirst souveräner und gelassener mit angespannten Situationen umgehen, wodurch dein Wohlbefinden steigt.
  • Motivation: Du hast neue Energie für dein Handeln.

Selbstführung für Mitarbeiter

Was bei dir selbst beginnt gilt auch für deine Mitarbeit: Können sie sich selbst führen, steigert es ihre Fähigkeit mit Herausforderungen umzugehen und sich auf ihre Ziele zu fokussieren. Die Stressresistenz wird erhöht. Die Motivation, sich für das Unternehmen einzusetzen, steigt. Indem du deinem Team erklärst, wie sie sich selbst führen, steigerst du ihre Eigenständigkeit. Wenn sie selbstständig Entscheidungen treffen und lösungsorientiert handeln, fühlen sie sich stärker mit dem Unternehmen verbunden.

Um deine Mitarbeiter dabei zu unterstützen, Selbstführung zu lernen, solltest du ihnen vor allem bei der Selbstreflexion Hilfestellung leisten. Sei eine Art Moderator in den Gesprächen und hilf ihnen dabei, selbst herauszufinden, was in ihren Projekten zur Zeit gut läuft und wo sich noch Potenzial für Verbesserung verbirgt.

Unterstütze sie durch gezielte Fragen:
  • Welchen Anteil hattest du selbst am Erfolg oder Misserfolg?
  • Wer hat dich unterstützt? Welche Unterstützung brauchst du beim nächsten Projekt?
  • Welche Fähigkeiten konntest du sinnvoll und produktiv einsetzen? Kannst du sie noch verbessern?
  • Welche Schwächen waren hinderlich? Was kannst du tun, um diese Schwächen auszugleichen?
  • Welche Hürden gab es und wie hast du sie überwunden?
  • Was würdest du ändern, wenn die Situation in Zukunft wieder auftritt?

Diese Fragen solltest du natürlich auch für dich selbst beantworten können!

Zur Selbstführung gehört also, dass deine Mitarbeiter erfolgreiche und weniger erfolgreiche Situationen reflektieren können. Es ist deine Aufgabe als Führungskraft, diese analytischen Gespräche mit deinem Team zu führen. Dabei solltest du stets objektiv bleiben und deine eigene Meinung außen vor halten. Dein Feedback ist hier nicht gefordert. Unterstütze deine Mitarbeiter aber auch dabei, nicht nur die Misserfolge und negativen Dinge zu sehen, sonst kann das Gespräch schnell in eine Negativspirale abdriften. Andersherum sollten sich deine Mitarbeiter auch nicht überschätzen und ihre Misserfolge runter spielen. Ehrlichkeit und ein möglichst objektiver Blick auf die Situation sind sicher nicht immer einfach, aber notwendig, um hier Fortschritte zu machen.

Damit Selbstführung Früchte tragen kann, ist es hilfreich, regelmäßig mit deinen Mitarbeitern einen Vergangenheit-Gegenwart-Abgleich zu machen. Dieser dient dazu, dem Mitarbeiter seine individuellen Fortschritte vor Augen zu führen. Das ganze erfolgt, ähnlich wie oben, durch gezielte Fragen an deinen Mitarbeiter:

  • Konntest du das Gelernte aus der Vergangenheit umsetzen?
  • Wovon profitierst du heute?
  • Welchen Situationen siehst du dich heute gegenüber?
  • Was läuft heute gut? Was ist positiv?
  • Wo siehst du deine Chancen?
  • Vor welchen Herausforderungen stehst du?

Selbstführung, sowohl für dich selbst als auch für deine Mitarbeiter, ist ein nie endender Prozess, der regelmäßiges Training und Übung erfordert.

Selbstmotivation

Sich selbst zu motivieren fällt besonders in herausfordernden Zeiten schwer. Doch welche Motive können wir ansprechen, um uns auch jetzt zu guten Leistungen anzuspornen?

Autonomie: Wir wollen selbstbestimmt Entscheidungen treffen. Bekommen wir das Gefühl, nur zu tun, was andere wollen, fühlen wir uns fremdbestimmt. Es gibt aber natürlich keine absolute Freiheit. Auch wer selbständig ist, muss Dinge für seine Kunden tun. Aber das

bedeutet ja nicht, seine innere Freiheit zu verlieren. Wer dagegen seine Arbeit zu einem Großteil selbst gestalten kann, der ist motiviert.

  • Autonomie – Wir wollen selbstbestimmt Entscheidungen treffen. Bekommen wir das Gefühl, nur zu tun, was andere wollen, fühlen wir uns fremdbestimmt. Es gibt aber natürlich keine absolute Freiheit. Auch wer selbständig ist, muss Dinge für seine Kunden tun. Aber das bedeutet ja nicht, seine innere Freiheit zu verlieren. Wer dagegen seine Arbeit zu einem Großteil selbst gestalten kann, der ist motiviert.
  • Meisterschaft – Wenn wir etwas nicht können, frustriert das zunächst. Aber mit der Zeit und viel Übung werden wir besser. Wir fühlen uns auch besser! Und das gibt Motivation. Jeder Fortschritt ist mit einem kleinen Erfolg gleichzusetzen. Fortschritte bringen uns der Meisterschaft näher. Führe dir die kleinen Erfolge vor Augen, um motiviert zu bleiben!
  • Zweck – Dinge, die wir gern tun, müssen einen Sinn haben. Jeder arbeitet lieber, wenn er weiß, dass seine Arbeit einen wichtigen Beitrag leistet und einen Unterschied macht.

Wie schaffe ich es konkret mich selbst zu motivieren?

Identifiziere dich mit deinen Zielen

Verliebe dich in das, was du erreichen willst! Dann schiebt sich der Weg unter die Füße. Häng dich voll rein.

Kreiere klare Zielbilder

Habe eine klare Vorstellung, ein klares Bild von dem, was du erreichen willst. Male dir aus, wie es sich anfühlen wird, wenn du dieses Ziel erreichst und wie gut du dich fühlen wirst, wenn du die Herausforderung erfolgreich gemeistert hast.

Belohne dich für Teilerfolge

Unterteile dein großes Ziel in kleinere Abschnitte, nach denen du dich für die getane Arbeit feiern darfst. Dann überlege dir, was du dir Gutes tun kannst, wenn du einen Teil deines Ziels erreicht hast. Belohne dich für die Zeit und Arbeit, die dich bis hier hin gebracht haben und lerne so, deine Leistung wertzuschätzen.

Tue jeden Tag etwas für deine Motivation

Selbstmotivation fängt jeden Tag schon an, sobald wir die Augen öffnen. Begeistere dich für die Aufgaben, denen du dich heute widmest, und der Chance, deinen Zielen ein Stück näher zu kommen!

Stelle dir morgens die Fragen: Warum lohnt sich der heutige Tag? Was wage ich heute?

Und abends diese Fragen: Was habe ich heute lernen können? Worüber habe ich mich von Herzen gefreut? Wofür bin ich dankbar?

Gewinne einmal im Jahr Abstand

Zieh dich zurück. Reflektiere dein Jahr. Was motiviert dich? Wie schaffst du es, Leidenschaft und Hingabe für Dinge zu entwickeln? Kannst du Dinge aus dem letzten Jahr in das kommende Jahr übertragen?

Ein ehrlicher Blick in deine persönlichen Ziele und Treiber sorgt dafür, dass du auf Kurs bist bei den Themen, die dir wirklich wichtig sind. So kannst du dir sicher sein, dass du gerade in schwierigen Phasen weißt, dass alles auf deine Ziele einzahlt und du nicht plötzlich hinterfragen musst, warum du eigentlich tust, was du gerade tust.

Was ist bei der Selbstführung noch wichtig?

Resilienz! Resilienz ist wie ein unsichtbarer Schutzschild. Wo andere durch Schicksalsschläge, Rückschläge und Krisen gelähmt sind, sind resiliente Menschen weiterhin standhaft und handlungsfähig. Resilienz bezeichnet die Fähigkeit, Extremsituationen wohlbehalten durchzustehen – wie das Immunsystem für unsere Seele. Aber was unterscheidet resiliente von nicht-resilienten Menschen? Und welche Eigenschaften kannst du übernehmen?

  1. Akzeptanz – Nimm Dinge, die dir widerfahren an, und betrachte Probleme und Krisen als einen Teil des Lebens.
  2. Optimismus – Positives Denken! Bleib stets zuversichtlich und widerstandsfähig.
  3. Selbstwirksamkeit – Die Überzeugung von den eigenen Fähigkeiten fördert die Widerstandsfähigkeit. Sei überzeugt, dass du Krisen selbständig bewältigen und lösen kannst .
  4. Eigenverantwortung – Übernimm Verantwortung für dein Leben du sieh dich nicht als Opfer. Auch bei Herausforderungen, die du nicht selbst verursacht hast.
  5. Netzwerkorientierung – Bau soziale Beziehungen auf und nutze sie als Unterstützung und Hilfe in schweren Zeiten.
  6. Lösungsorientierung – Aus schweren Zeiten gibt es immer einen Weg hinaus, der uns stärkt und aus dem wir lernen können. Orientiere dich an Lösungen und versuche sie umzusetzen.

Resilienz lernst du nicht von heute auf morgen. Sie lässt sich aber wie ein Muskel trainieren: Führe dir die 6 Punkte immer wieder vor Augen, wenn du vor einer Herausforderung stehst und versuche sie bewusst umzusetzen. Resilienz ist „learing by doing“. Menschen, die diese Fähigkeit besitzen, sind diejenigen, die schon viele Herausforderungen gemeistert haben – und an ihnen gewachsen sind. Sicher wird das nicht von heute auf morgen funktionieren, aber du kannst Resilienz mit jeder Herausforderung, der du dich stellst, etwas näher kommen.

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